Eine kleine Einführung in die Gesteinskunde

 

Die Erdkruste besteht aus Gesteinen. Ihre Dicke beträgt unter den Ozeanen ca. 10 km, unter den Kontinenten bis zu 35 km. Die Gesteine werden nach ihrer Entstehung in drei große Klassen gegliedert: 1. Erstarrungsgesteine: Gesteine, die durch Abkühlung und Kristallisation von Magma oder Lava entstanden sind. Diese werden unterteilt in Tiefengesteine (im Erdinneren erstarrt, langsame Abkühlung – vollkommene Kristallisation) und Ergussgesteine (an der Erdoberfläche erstarrt, rasche Abkühlung – unvollkommene Kristallisation). 2. Ablagerungs- oder Sedimentgesteine: Gesteine, die durch überwiegend schichtige Ablagerung von Mineralpartikeln im Meer, in Seen oder auch auf dem Land entstanden sind. 3. Umprägungs- oder metamorphe Gesteine: Gesteine, die durch Erhitzung, Pressung oder Walzung von bereits vorhandenen Erstarrungs- oder Ablagerungsgesteinen umgeprägt worden sind.

 

ERSTARRUNGSGESTEINE

 

  1. Tiefengesteine

Alaskit: Granit ohne bzw. fast ohne Glimmer

Granit: Feldspat, Quarz und Glimmer

Wyborgit: Rapakivi-Granit; Kennzeichen: kugelrunde K-Feldspäte

Charnockit: nur K-Feldspat, NaCa-Feldspat fehlt

Granodiorit: Übergang von Granit zu Tonalit

Tonalit: früher Quarzdiorit

Gabbro: Granit ohne Quarz

Anorthosit: besteht fast nur aus Ca-Feldspat

Syenit: besteht fast nur aus K-Feldspat, Quarz fehlt

Larvikit: Unterart von Syenit

Foyait: Quarz fehlt, intensiv blauer Sodalith

 

  1. Ergussgesteine

Rhyolith: früher Quarzporphyr; die vulkanische Form von Granit

Trachyt: Ergussform von Syenit Andesit-Lava

Tephrit-Lava: „Basalt“; Durchströmen von gelösten Gasen im Magma – daher Porenbildung Diabas Pikrit

 

ABLAGERUNGS- oder SEDIMENTGESTEINE

 

  1. Trümmergesteine

Brekzie: nur kurz oder gar nicht transportiert, daher eckige Trümmer

Konglomerat: durch Gletscher verfrachtet, daher abgerundete Trümmer

Sandstein: Sandkörner verkittet mit kalkigen, tonigen oder kieseligen Bindemitteln

Porenkalk: Ablagerungen von Kalk mit Muscheln. Junge Bildung – geringe Verfestigung mit Hohlräumen

Vulkanischer Tuff: Ablagerungen von zerspranztem Magma, oft in größerer Entfernung von Vulkanen

Alabaster: Gipsart, daher keine Verwandtschaft mit Marmor oder Kalkstein

 

  1. Chemische (Ausscheidungen aus Lösungen) und organische Sedimente (mit Resten von tierischen oder pflanzlichen Lebewesen)

Kalkstein: Bildung a) in schlecht durchlüftetem Flachmeer, b) in mittlerer oder c) in großer Meerestiefe

Travertin: im Süßwasser gelagerter Kalkstein mit Pflanzen und Algen; lockere Bindung

Schillkalk: Aufschwemmungen von Muschelschalen, Zwischenstufe zum dichten Muschelkalk

Tonschiefer: Ablagerung aus Quarz, Feldspat, basischen Silikaten und Ton in der küstenfernen Tiefsee

Plattenkalk: Bildung von Dendriten

 

UMPRÄGUNGSGESTEINE

 

  1. umgeprägte Erstarrungsgesteine

Orthogneis: umgewandeltes Tiefengestein: Granit wurde durch tektonische Kräfte gefaltet und geschiefert.

Serpentinit: umgewandeltes Ergussgestein: Ehemaliger Pikrit wurde völlig zu Serpentinit zersetzt. Migmatit (Mischgneis)

 

  1. umgeprägte Ablagerungsgesteine

Quarzit: Umprägung eines ehemaligen Sandsteins, dabei Zerstörung fast aller Farben

Marmor: Umprägung eines ehemaligen Kalksteins, ursprüngliche Farbe sichtbar in Bändern und Streifen

Paragneis: ehemaliges Sediment: kristallisiert in großer Tiefe bei hohem Druck und hoher Temperatur

 

Was ist Granit und wie ist er entstanden?

 

Granit ist das bekannteste und weitestverbreitete Tiefengestein. Der „typische Granit“ ist rot oder rosa mit Weiß. Er kann aber auch in den unterschiedlichsten Farben und Strukturen auftreten, ist aber immer dadurch bestimmt, dass er sich folgendermaßen zusammensetzt: 50-70 % Orthoklas-Feldspat (bestimmt die Gesamtfarbe: rot, rötlich, blau, gelb, weiß) 00-30 % Plagioklas-Feldspat (fast nie farbig: weiß bis grau) 10-40 % Quarz (eher unauffällige Farben: grau, bräunlich, farblos, selten blau oder rot) 00-20 % Glimmer: entweder Biotit (schwarz bis dunkelbraun) oder Muskovit (silbrig glänzend) Granit ist vor ca. 400 Millionen Jahren (die jüngsten italienischen Granite entstanden vor ca. 60 Mio. Jahren) im Erdinneren in einer Tiefe von ca. 5-40 km aus flüssigem Magma erstarrt. Einige Granite aber sind aus bereits verfestigten Gesteinen durch Wiederaufschmelzung entstanden. Es gibt eine Vielzahl von am Bau verwendeten Gesteinen, die „Granit“ genannt werden, jedoch einen anderen Mineralbestand aufweisen. Es handelt sich dabei um Diabase, Diorite, Gabbros, Gneise oder sogar Kalksteine.